Anke Lohmeyer baut Handhobel, die sich vollständig zerlegen lassen. Nicht aus Prinzip, sondern weil ihr Vater sie so gebaut hat und weil jedes Teil einzeln nachgefertigt werden kann.
In der Werkstatt liegen Hobelkästen aus Weißbuche, die zwanzig Jahre in Gebrauch waren und zur Überholung zurückkamen. „Wenn einer nach zwölf Jahren anruft, weil die Keilspannung nachgibt, dann ist das kein Reklamationsfall. Das ist ein Werkzeug, das benutzt wird.“ Ersatzmesser aus C105W1 liegen für jede Serie im Regal, beschriftet mit Jahr und Seriennummer.
„Ich weiß nicht, wie man ein Werkzeug baut, das nach fünf Jahren kaputt sein soll. Ich hätte das nie gelernt.“
Den Bond hat Lohmeyer nicht als Zumutung empfunden, sondern als das erste Mal, dass jemand ihre Bauweise in eine Zahl übersetzt hat. Zwölf Prozent jedes Verkaufs liegen seither in einer Adresse, die auf dieser Seite steht. Bisher wurde davon nichts gebraucht.
Gekauft hat sie nie welche. „Ich habe keine Ersparnisse getauscht und ich spekuliere nicht. Was da liegt, ist Arbeit — Stunden an der Hobelbank, in Sats umgerechnet.“ Neben den eigenen Serien nimmt sie fremde Hobel zur Instandsetzung an; auch die werden in Sats bezahlt.